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Arch Enemy – Blood Dynasty (Albumcover)
Arch Enemy

Blood Dynasty

Century Media Records · 2025 · 12. Juli 2026 · Review von Redaktion
Für Fans von: Amon Amarth, Dark Tranquillity, In Flames, Soilwork
7/10
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Schneller, aggressiver, bunter: Album Nummer zwölf ist Arch Enemys lebendigstes seit Jahren — und zugleich das, auf dem der Melodic Death Metal am weitesten Richtung Power Metal rückt.

Man kann Arch Enemy vieles vorwerfen, aber keine Sicherheitsverwahrung. Nach zwei Alben, die selbst wohlwollende Hörer eher pflichtschuldig abnickten, klingt „Blood Dynasty" wie eine Band, die wieder etwas will. Michael Amott kündigte mehr Tempo und mehr Aggression an — und hält Wort, zumindest streckenweise.

Der Auftakt sitzt: „Dream Stealer" ist ein Brett mit Haken, ein Refrain zum Mitgrölen und ein Solo-Duell, in dem Neuzugang Joey Concepcion (für den 2023 ausgestiegenen Jeff Loomis) sofort klarmacht, dass er nicht nur Platzhalter ist. Sein Zusammenspiel mit Amott ist der heimliche Motor dieser Platte: zwei Gitarristen, die sich die Melodien zuwerfen wie einen Ball. „March Of The Miscreants" ist Festival-Futter im besten Sinne, „A Million Suns" verdankt Daniel Erlandssons Doublebass eine Dringlichkeit, die man Arch Enemy 2025 kaum noch zugetraut hätte, und mit „Liars & Thieves" endet das Album so stark, wie es begonnen hat.

Die interessantere Frage ist, was dazwischen passiert. Alissa White-Gluz singt hier so viel klar wie nie zuvor — „Illuminate The Path" lebt genau davon, und die Coverversion „Vivre Libre", eine französischsprachige Power-Ballade der Achtziger-Band Blaspheme, ist der größte Ausreißer der Bandgeschichte: kein einziger Growl, dafür eine Höhenlage, die Erinnerungen an ihre Zeit bei The Agonist weckt. Als Mutprobe ist das aller Ehren wert. Als Track neun mitten im Hauptprogramm reißt es allerdings den Fluss entzwei — hier wäre Bonustrack-Status die klügere Entscheidung gewesen.

Und dann ist da die Frage, die über allem schwebt: Wie viel Death Metal steckt noch drin? „The Pendulum" und die Schlussphase kokettieren so offen mit Power-Metal-Melodik, dass die Grenzen verschwimmen. Wer Arch Enemy für „Wages Of Sin" liebt, wird hier gelegentlich das Gift vermissen. Wer die Band als Melodie-Maschine schätzt, bekommt ihr griffigstes Material seit Jahren — fett produziert von Jens Bogren, mit einem Sound, der in jeder Halle funktioniert.

„Blood Dynasty" erfindet nichts neu und will das auch nicht. Es ist ein Album mit zwei herausragenden Eckpfeilern, einem verwegenen Cover und einem Mittelteil, der zwischen Routine und echten Treffern schwankt. Kein Meisterwerk. Aber das lebendigste Arch-Enemy-Album der Alissa-Ära.

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Stärken

  • +"Dream Stealer" und "Liars & Thieves" — zwei erstklassige Eckpfeiler
  • +Joey Concepcion und Amott: ein Gitarrenduo mit echter Chemie
  • +Alissa White-Gluz zeigt endlich ihre volle Bandbreite
  • +Jens Bogrens Produktion: wuchtig, klar, arenatauglich

Schwächen

  • "Vivre Libre" reißt mitten im Album den Fluss entzwei
  • Der Mittelteil verfällt streckenweise in Routine
  • Der Death-Metal-Anteil weicht spürbar Power-Metal-Melodik

Fazit

7/10

Nach zwei blassen Vorgängern klingt hier wieder Hunger durch. „Blood Dynasty" ist griffig, schnell und melodisch stark — nur die Balance zwischen Gift und Zuckerguss stimmt nicht immer. Das beste Album der Alissa-Ära, aber kein neues „Wages Of Sin".

Anspieltipps
Dream StealerA Million SunsLiars & ThievesMarch Of The Miscreants

Tracklist

11 Songs
  1. 01Dream Stealer
  2. 02Illuminate The Path
  3. 03March Of The Miscreants
  4. 04A Million Suns
  5. 05Don't Look Down
  6. 06Presage
  7. 07Blood Dynasty
  8. 08Paper Tiger
  9. 09Vivre Libre
  10. 10The Pendulum
  11. 11Liars & Thieves