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Down – NOLA (Albumcover)
Down

NOLA

Elektra Records · 1995 · 12. Juli 2026 · Review von Redaktion
Für Fans von: Black Sabbath, Crowbar, Eyehategod, Corrosion Of Conformity
9/10
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Ein Nebenprojekt, das seine Mutterbands überlebt hat: Wie fünf Musiker aus New Orleans 1995 aus Whiskey, Sabbath-Riffs und Sumpfluft den Southern Sludge erfanden — ohne es zu wollen.

Down waren nie als Band geplant. Fünf Musiker aus New Orleans, jeder mit einem Hauptjob, der ihn ernährte — Pantera, Corrosion Of Conformity, Crowbar, Eyehategod —, trafen sich, um zu tun, was sie in ihren anderen Bands nicht durften: langsam spielen. Verrauchte Riffs, Sabbath in Sumpfwasser getunkt, kein Karriereplan. Genau deshalb funktioniert „NOLA" bis heute.

Das hört man schon an der Haltung. Wo Pantera 1995 auf Präzision und Zorn setzten, schleppt sich „Temptation's Wings" mit einer Selbstverständlichkeit ins Bild, die keine Eile kennt. Phil Anselmo singt hier — er brüllt nicht, er singt, rau und beschädigt, und es ist bis heute eine seiner besten Leistungen. „Lifer" hat einen Refrain, den man nach zwanzig Jahren noch mitgrölt. „Stone The Crow" ist die Ballade, die keine sein will, und „Bury Me In Smoke" beendet das Album mit sechs Minuten, die klingen, als würde eine Band im Proberaum den Verstärker langsam ausbluten lassen.

Die große Stärke ist der Groove. Jimmy Bower spielt keine Beats, er lässt sie fallen. Pepper Keenan und Kirk Windstein legen Gitarren übereinander wie Backsteine, die schief liegen und trotzdem halten. Was daraus entsteht, ist ein Sound, den man später Southern Sludge nennen wird — schwer, ölig, warm.

Makellos ist das nicht. Dreizehn Songs und über eine Stunde sind zu viel; im letzten Drittel gleiten ein paar Nummern durch, ohne Spuren zu hinterlassen. Und die Produktion ist roh bis an die Grenze zur Schlamperei — was Fans als Ehrlichkeit feiern und Skeptiker als Bequemlichkeit lesen. Beides stimmt.

Es ändert nichts daran, dass „NOLA" ein Fundament ist. Jede Band, die heute Sludge mit Südstaaten-Groove kreuzt, steht auf diesen Riffs. Dass Down 2026 endlich an einem Nachfolger arbeiten, macht das Wiederhören nur dringlicher.

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Stärken

  • +Phil Anselmos beste Gesangsleistung — rau, beschädigt, tatsächlich gesungen
  • +Jimmy Bowers Groove: keine Beats, sondern fallengelassene Schwere
  • +"Stone The Crow" und "Lifer" — Hymnen ohne einen Gramm Kalkül
  • +Definiert im Alleingang eine ganze Sub-Gattung

Schwächen

  • Über eine Stunde Spielzeit — im letzten Drittel gleiten Songs vorbei
  • Die rohe Produktion ist Geschmackssache: Ehrlichkeit oder Bequemlichkeit
  • Wer Anselmos Pantera-Aggression sucht, ist hier falsch

Fazit

9/10

Kein Album, das perfekt sein wollte, und genau deshalb eines geworden ist, das bleibt. „NOLA" ist verraucht, zu lang, unordentlich — und trotzdem der Grundstein einer ganzen Schule. Wer wissen will, wie Süden im Metal klingt, fängt hier an.

Anspieltipps
Stone The CrowLiferTemptation's WingsBury Me In Smoke

Tracklist

13 Songs
  1. 01Temptation's Wings
  2. 02Lifer
  3. 03Pillars Of Eternity
  4. 04Rehab
  5. 05Hail The Leaf
  6. 06Underneath Everything
  7. 07Eyes Of The South
  8. 08Jail
  9. 09Losing All
  10. 10Stone The Crow
  11. 11Pray For The Locust
  12. 12Swan Song
  13. 13Bury Me In Smoke