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Judas Priest – The Best Of Judas Priest (Albumcover)
Judas Priest

The Best Of Judas Priest

Sony Music · 2026 · 12. Juli 2026 · Review von Redaktion
Für Fans von: Iron Maiden, Saxon, Accept, Motörhead
6/10
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Sechzehn Songs, fünf Jahrzehnte, eine Frage: Für wen ist das? Als Einstieg in die Welt der Metal Gods nahezu ideal — für alle anderen ein Hörspiel über Dinge, die sie längst besitzen.

Eine Best-Of-Platte zu rezensieren ist ein undankbares Geschäft. Die Songs stehen längst fest, die Diskussion dreht sich nur noch um Reihenfolge und Auswahl — und genau deshalb verrät so eine Zusammenstellung oft mehr über ihre Absicht als über die Band. Bei „The Best Of Judas Priest" ist diese Absicht klar erkennbar: Das hier ist kein Fan-Archiv, sondern eine Eingangstür.

Sechzehn Tracks, fünf Jahrzehnte, von „Rocka Rolla" (1974) bis „Crown Of Horns" vom 2024er „Invincible Shield". Die Pflicht ist erfüllt: „Breaking The Law", „Painkiller", „Electric Eye", „Living After Midnight", „You've Got Another Thing Comin'" — wer diese fünf Songs zusammen hört, versteht in zwanzig Minuten, warum diese Band den Heavy Metal nicht nur gespielt, sondern erfunden hat. Dass mit „Diamonds And Rust" (im Original von Joan Baez) und „Better By You, Better Than Me" (Spooky Tooth) gleich zwei Coverversionen ihren Platz finden, ist keine Schwäche, sondern Priest-Geschichte: Beide sind längst mehr ihre Songs als die der Urheber.

Wo es hakt, häkelt es typisch: Eine Karriere dieser Größe lässt sich nicht auf sechzehn Titel eindampfen, ohne dass es wehtut. „Victim Of Changes" fehlt — für viele der Priest-Song schlechthin. „Beyond The Realms Of Death" ist da, aber die epische Seite der Band bleibt insgesamt unterbelichtet. Und die Chronologie ist zugunsten der Wirkung geopfert: Wer wissen will, wie sich diese Band von „Sad Wings Of Destiny" bis „Firepower" entwickelt hat, lernt das hier nicht. Auch fehlen die Achtziger-Experimente fast völlig — „Turbo Lover" steht ziemlich allein auf weiter Flur.

Bleibt die Frage nach dem Publikum. Für Sammler ist das hier überflüssig; jeder dieser Songs steht bereits im Regal. Für Einsteiger dagegen ist es genau das, was es sein will: ein makellos sequenzierter Einstieg, remastered, mit Artwork von Mark Wilkinson und dem passenden Timing zum Doku-Kinostart. Kein Werk, sondern eine Visitenkarte — aber eine verdammt gute.

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Stärken

  • +Als Einstiegsdroge nahezu perfekt sequenziert
  • +Die Pflichtstücke sitzen: "Painkiller", "Breaking The Law", "Electric Eye"
  • +Spannt tatsächlich den Bogen von 1974 bis 2024
  • +Mark Wilkinsons Artwork ist ein Höhepunkt für sich

Schwächen

  • "Victim Of Changes" fehlt — für viele der Priest-Song schlechthin
  • Die epische, progressive Seite der Band bleibt unterbelichtet
  • Die Achtziger-Experimente kommen kaum vor
  • Für Sammler völlig überflüssig — hier steht nichts, was nicht schon im Regal steht

Fazit

6/10

Als Werkschau zu dünn, als Einstieg hervorragend. Wer Judas Priest noch nicht kennt, bekommt hier den bestmöglichen ersten Kontakt — wer sie kennt, braucht diese Platte nicht. Die Wertung gilt dem Nutzen, nicht der Musik: Die ist selbstverständlich zeitlos.

Anspieltipps
PainkillerElectric EyeBeyond The Realms Of DeathDiamonds And Rust

Tracklist

16 Songs
  1. 01You've Got Another Thing Comin'
  2. 02Lightning Strike
  3. 03Breaking the Law
  4. 04Beyond The Realms Of Death
  5. 05Painkiller
  6. 06Hell Bent For Leather
  7. 07Rocka Rolla
  8. 08Turbo Lover
  9. 09Electric Eye
  10. 10Crown Of Horns
  11. 11Living After Midnight
  12. 12Night Crawler
  13. 13Heading Out To The Highway
  14. 14Better By You, Better Than Me
  15. 15The Sentinel
  16. 16Diamonds And Rust