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Moonspell – Far From God (Albumcover)
Moonspell

Far From God

Napalm Records · 2026 · 12. Juli 2026 · Review von Redaktion
Für Fans von: Type O Negative, Paradise Lost, Tiamat, Fields of the Nephilim
9/10
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Acht Songs, kein Gramm Fett: Moonspell werfen den Orchester-Ballast ab und finden zu jener dunklen Romantik zurück, die sie in den Neunzigern groß gemacht hat. Ihr stärkstes Album seit Jahren.

Vor fünf Jahren klang es, als wäre es vorbei. Nach „Hermitage" (2021) streute Fernando Ribeiro Andeutungen über ein mögliches Ende, und wer die Band lange begleitet hat, ahnte: Diese Erschöpfung war echt. Dass nun ausgerechnet „Far From God" folgt — ein Album, das klingt wie eine Wiedergeburt — gehört zu den schönsten Wendungen dieses Metal-Jahres.

Der entscheidende Schritt ist ein Rückschritt, und er tut gut: Moonspell haben ihre Musik entschlackt. Kein Symphonik-Beton mehr, keine Chorwände, die jede Emotion übertünchen. Was bleibt, ist Atmosphäre — und die trägt hier alles. Ricardo Amorims Gitarre riffed weniger, als dass sie Stimmungen zeichnet; Pedro Paixãos Keyboards bilden das Gerüst, statt eine Kulisse davorzuhängen. Und Ribeiro? Der singt größtenteils in jenem tiefen Bariton, der seit „Irreligious" sein eigentliches Instrument ist. Die Screams kommen selten — und genau deshalb wirken sie.

„Cross Your Heart" eröffnet und setzt sofort den Ton: ein Post-Punk-Fundament, eine Gitarrenmelodie, die man nach einem Durchlauf mitsummt, und ein Refrain, der nicht brüllt, sondern zieht. „The Great Wolf In The Sky" ist der große Moment der Platte — Alicia Nuhros Streicher heben den Song in eine Erhabenheit, die pathetisch klingen könnte und es nie wird, weil die Trauer darunter echt ist: eine Widmung an Wölfe, die die Band begleitet haben, und an einen Freund, der das Album nicht mehr hören konnte. „For The Love Of Mortals" ist die reinste gotische Romanze, „Our Freedom To Fall" das schwerste Stück, und in Jaime Gómez Arellanos Produktion bekommt jeder dieser Kontraste den Raum, den er braucht.

Schwächen? Wer Moonspell für die Death-Metal-Kante der Frühphase liebt, wird hier wenig finden — dies ist zu weiten Teilen Gothic Rock mit Metal-Einschlägen, nicht umgekehrt. Und der schwärmerische Kitsch, den diese Band seit jeher riskiert, ist auf „Biblical" eine Spur zu süßlich geraten. Acht Songs sind zudem knapp — was man auch als Kompliment lesen kann: Hier will niemand eine Spielzeit füllen.

Unterm Strich ist „Far From God" das, was das Label vollmundig verspricht und Bands selten einlösen: ein spätes Werk, das nicht verwaltet, sondern etwas will. Die „Irreligious" des 21. Jahrhunderts? Vielleicht keine Krone — aber näher dran, als es Moonspell seit zwei Jahrzehnten waren.

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Stärken

  • +Radikal entschlackt — Atmosphäre statt Symphonik-Beton
  • +Ribeiros Bariton so präsent und passend wie lange nicht
  • +"The Great Wolf In The Sky" — großes, ehrlich getragenes Pathos
  • +Produktion von Jaime Gómez Arellano: dunkel, klar, luftig
  • +Acht Songs, kein einziger Füller

Schwächen

  • Wer die Death-Metal-Kante der Frühphase sucht, geht leer aus
  • "Biblical" kippt eine Spur zu weit ins Süßliche
  • Mit knapp 40 Minuten ausgesprochen kurz geraten

Fazit

9/10

Die Rückbesinnung, die man dieser Band nicht mehr zugetraut hätte: dunkel, schlank, emotional unverstellt. „Far From God" ist kein Nostalgie-Trip, sondern ein Statement — und das beste Moonspell-Album seit Jahren.

Anspieltipps
Cross Your HeartThe Great Wolf In The SkyFor The Love Of MortalsOur Freedom To Fall

Tracklist

8 Songs
  1. 01Cross Your Heart
  2. 02Far From God
  3. 03Biblical
  4. 04The Great Wolf In The Sky
  5. 05Your Promise Of Light
  6. 06For The Love Of Mortals
  7. 07Our Freedom To Fall
  8. 08Reconquista